Geschichten über Kalbe Milde
 

 


 

 


 
Baden in Kalbe

Vom Bau der Badeanstalt (heute auch oft Freibad genannt, aber für echte Kalbenser bleibt es die Badeanstalt oder für die Jüngeren die „Batse“) haben mir meine Eltern oft erzählt.

Viele Kalbenser haben geholfen. Mit Spaten, Schaufel und Schubkarre mußte die Grube für das große Becken ausgehoben werden. Mein Vater war auch dabei, mit einem Ochsen und der Schleppe. Die Schleppe ist ein Schlittenähnliches Gefährt, mit dem der Mist aus dem Kuhstall gezogen wurde.
Damals lagen die Kühe noch auf Stroh!


Kalbenser beim Arbeitseinsatz (2. von links Martin Krüger)

In der ersten Badesaison hatten die Helfer freien Eintritt, was auch rege genutzt wurde. Bademeister war Adolf Mertens, bei dem wir Kinder das Schwimmen lernten.


Einweihung der Badeanstalt 1938
In den Kriegs- und Nachkriegsjahren war das Schwimmbad oft gesperrt, wegen Seuchengefahr. Es gab wohl nicht genug Infektionsmittel. Wir Kinder haben dann eben in der Milde gebadet.
Unsere Badestelle war an den Kreuztannen zwischen den beiden Brücken. Das Wasser war dort tief genug zum Schwimmen und es gab sogar ein Baggerloch. „Umkleidekabine“ war ein Holunderbusch.
Die großen Jungs badeten an der Wassermühle. Es gab auch noch andere Badestellen, am Stau hinter der Altstadt und in der Flotte (Untermilde). Das Wasser der Milde war sauber und klar, man konnte den feinen Sand am Grund sehen.

Das Schilf in der Milde wurde auch regelmäßig gemäht, an einigen Brücken gestaut, entnommen und abgefahren. Zuständig dafür war die Milde-Biese Regulierung.

Ausgebaggert wurde die Milde zuletzt 1937.


Vor dem Ausbaggern wurde die Milde abgefischt


Reichsarbeitsdienst beim Säubern der Milde
Heute möchte wohl niemand mehr freiwillig in der Milde baden!
Es ist kein Grund mehr zu sehen.

Gerdi Fischer


Anmerkung von Henning Krüger
Auch in den 50iger Jahren haben wir noch in der Milde gebadet, besonders am Stau hinter der Altstadt hat das immer viel Spaß gemacht.
Ich erinnere mich noch daran, dass meine Mutter mit mir als kleinen Jungen in den Wintermonaten Sonnabends regelmäßig zur Badeanstalt in die Wannenbäder ging.


Unser 5 Meter Turm

Ein besonderer Höhepunkt war immer der Sprungturm, was waren wir stolz 2 Dreimeter Türme und einen Fünfmeterturm zu besitzen. Wer es sich traute von dort einen Köpper zu machen, der hatte es geschafft.

 
 
 
 
 
   
  
 

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